BAAR
victoria-Areal
Sonntag, 21. JULI 2019, 17.00 UHR
«strings & bass»
Georg Breinschmid & Freunde

Georg Breinschmid, Kontrabass

Geboren 1973. Studierte klassischen Kontrabass an der Wiener Musikhochschule. 1996–1998 Mitglied der Wiener Philharmoniker. Seit 1999 freiberuflicher Jazzmusiker von internationalem Format. Seit 2003 verstärkte Kompositionstätigkeit mit besonderer Affinität zur Wiener Musik und zum Wienerlied.

Johannes Dickbauer, Violine

Geboren im oberösterreichischen Kremsmünster. Studium bei Pamela Frank am Curtis Institute of Music in Philadelphia USA. Musikalisch unterwegs als Solist, Kammermusiker, Jazzer, Volksmusikant, Komponist und Arrangeur. Mitbegründer von «Jazz am Bauernhof» in Kremsmünster

Florian Willeitner, Violine

Geboren 1991 in Passau. Studium am Mozarteum Salzburg bei Benjamin Schmid. Als Violinist, Komponist und Arrangeur liegt sein Arbeitsschwerpunkt in der Verbindung verschiedenster Musikkulturen. Zu diesem Zweck hat er 2018 die Künstlerplattform «Pool of Invention» gegründet.

Ivan Turkaly, Violoncello

Geboren in Zagreb. Studien in Wien, Würzburg und Zürich. Wanderer zwischen den Epochen und Stilen: Jazz mit dem New Piano Trio, Unterhaltungsmusik mit dem Celloquartett Cello ’n’ Coffee, Barock mit dem Ensemble Rhapsody, Pop mit der Indie-Band The Hidden Cameras und zeitlosen Schubert mit The Erlkings.

Programm

Irish Wedding in Bukarest

Kompositionen und Arrangements von Georg Breinschmid, Florian Willeitner und Johannes Dickbauer

Ticketreservation

Victoria-Areal

Der Baarer Mühlebach ist schon im Mittelalter als künstlicher Wasserlauf aus der Lorze abgeleitet worden und hat während Jahrhunderten die Wasserräder von Papiermühlen, Getreidemühlen, Ölmühlen, Schleifen, Hammerwerken und Sägereien angetrieben. Am Ort des heutigen Victoria-Areals wird 1470 die Untermühle erwähnt, in Betrieb bis 1897. Ab 1912 bestand hier eine Holzwarenfabrik. 1937 fielen Land und Gebäude für 265'000 Franken an die Bank in Zug, welche die Liegenschaft an die Wisa Gloria-Werke in Lenzburg weiterverkaufte. Deren Mitinhaber Max Buhofer gründete dann 1938 die Baarer Victoria-Werke, die anfänglich Holzspulen für die Spinnereien und dazu Spielwaren mit dem weiss-roten Marienkäfer als Markenzeichen produzierten. Ab 1955 spezialisierte man sich auf Qualitätsmöbel. 1998 wurde die Produktion eingestellt. Seither haben die Eigentümer auf dem 13'000 Quadratmeter grossen Fabrikgelände in einem schrittweisen Umnutzungsprozess etwa 90 Firmen mit rund 400 Arbeitsplätzen angesiedelt und in den bestehenden Strukturen samt Fabrikschlot einen blühenden Arbeits-, Wohn- und Lebensraum geschaffen.

Anfahrt

Adresse: Mühlegasse 18, Baar. ÖV: ab Bahnhof Baar gut 700 Meter zu Fuss (Bahnlinie auf der Neugasse unterqueren, dann schräg rechts der Albisstrasse folgen, bis sie in die Mühlegasse mündet, dort recht abbiegen). Parkplätze vorhanden.

Strings & Bass

Georg Breinschmid, der geniale Kontrabassist und Jazzmusiker, war 2013 erstmals zu Gast an den Sommerklängen – im Innenhof der Privatschule Dr. Bossard in Unterägeri. Damals brachte er den Ausnahmegeiger Benjamin Schmid und den blutjungen Gitarristen Diknu Schneeberger mit, «shooting star» der internationalen Gypsy Jazz Szene. Zwei Jahre später, am Seerosenteich der Fensterfabrik Baumgartner in Hagendorn, war der phänomenale norwegische Akkordeonist Stian Carstensen neben Breinschmid und Schmid der Dritte im Bunde. Und jetzt also Breinschmid in einem Streichquartett der besonderen Art: ohne Bratsche, dafür mit Kontrabass! Übrigens: Der Primgeiger Florian Willeitner, ein begnadeter Komponist, Arrangeur und Verschmelzer von Breinschmid’schem Format, studierte am Mozarteum Salzburg bei Esther Hoppe.

Kontrabass

Seit Haydns und Mozarts Zeiten ist das Streichquartett, das von manchen als die vielleicht edelste Gattung der klassischen Musik gesehen wird, mit einer ersten und einer zweiten Violine, einer Viola und einem Violoncello besetzt. In der vorliegenden Variante ist aber alles anders. Das heisst: nicht ganz alles. Denn eigentlich haben «Strings & Bass» lediglich die Viola gegen einen Kontrabass ausgetauscht. Und doch hat dieser kleine Wechsel grosse Folgen, stehen doch plötzlich zwei hochlagigen Instrumenten zwei primär in der Tiefe beheimatete gegenüber.

Die Veränderung der Klangfarben ist das eine. Das andere, das sind vier Musiker auf Spitzenniveau, die mit geradezu unbändiger Lust Grenzen verwischen, musikalische Rollenbilder aufbrechen und scheinbare Gegensätze verschmelzen: anspruchsvolle, ausgearbeitete Komposition und freie, überschäumende Improvisation, klassische Virtuosität und gnadenlosen Groove, unbedingte Perfektion ohne Abstriche und zugleich das Urmusikantische der traditionellen Volksmusik. Das Ergebnis ist eine völlig eigenständige Tonsprache, die sich aus allen Genres bedient: Klassik und Jazz, Pop und Folk und Wienerlied, alles überzuckert mit einer gehörigen Dosis Humor und wienerischer Selbstironie.

Die gespielten Stücke sind keineswegs nur aus dem Augenblick geborene, spontan hingeworfene Improvisationen. Das musikalische Material ist subtil erdacht und kunstvoll zu kleinen, funkelnden Schmuckstücken verbaut. Komponiert und arrangiert haben es drei der vier Interpreten. Das Ziel geht dahin, das Publikum auf eine inspirierende Hörreise mitzunehmen, auf der es den eigenen Assoziationen folgen kann oder sich einfach von den sanften Melodien tragen oder von heissen Rhythmen fortreissen lässt. Manchmal gibt ein Titel vor, was dahinter als Anregung verborgen sein könnte. Aber Achtung, da gibt es auch kleine Fallen voller Sprachwitz! «O(s)iris» zum Beispiel hat nichts zu tun mit dem altägyptischen Toten- und Fruchtbarkeitsgott, sondern spielt auf ein früheres biographisches (respektive weibliches) Kapitel im Leben des Komponisten an ...

Übrigens: Der völkerverbindende Programmtitel «Irish Wedding in Bukarest» hängt auch zusammen mit Florian Willeitners grosser Liebe zu Irland. «Valentinair» ist eine Frucht dieser Liebe. Die erste Fassung war symphonisch mit einem virtuosen Soloviolinpart und wurde 2015 von Stargeiger Benjamin Schmid im Festspielhaus Salzburg aus der Taufe gehoben. Mittlerweile existiert es in zehn verschiedenen Arrangements. «Farbenspiele – The Parting Glass» wiederum gehört zu den populärsten irischen Liedern überhaupt. Bei Willeitner wird das Lied zunächst ganz klassisch, dann jazzig und schliesslich freitonal harmonisiert. Entsprechend reizvoll und apart leuchten ganz verschiedene Farben auf.

Einführung zum Konzertort

Thomas Baggenstos
dipl. Architekt ETH / SIA / FSAI, Präsident Bauforum Zug

Aperitivo

Colicchio Vini Zug

to top