Zug
Zwischennutzung «Nordpol»
Sonntag, 7. Juli 2019, 17.00 Uhr
«füllhorn-musik»
Ensemble Chamäleon

Madeleine Nussbaumer, Klavier

Geboren in Zug. Matura. Solistendiplom mit Auszeichnung bei Hubert Harry an der Musikhochschule Luzern. Begeisterte Kammermusikerin. Initiantin des Ensembles Chamäleon und des Festivals Sommerklänge, dessen künstlerische Leitung sie innehat. Lehrtätigkeit.

Tobias Steymans, Violine

Geboren in Deutschland. Abitur. Ausbildung in Köln (Igor Ozim und Zakhar Bron) und Boston USA (Joseph Silverstein). Solistische Konzerttätigkeit. Konzertmeister des Orchesters der Oper Zürich.  Seit 2009 1. Konzertmeister im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks München.

Nadezhda Korshakova, Violine

Geboren in St. Petersburg. Studien in Moskau (Irina Botschkova), Madrid und Zürich (Zakhar Bron). 2007 Solistendiplom mit Auszeichnung. Gewinnerin des D. Oistrach-Violinwettbewerbs 2004 in Odessa. Mitglied des Orchesters der Oper Zürich. Unterrichtet an der Zürcher Hochschule der Künste.

Natalia Mosca, Viola

Geboren in Novosibirsk (Russland). Ausbildung in Novosibirsk bei Youri Maztschenko und an der Musikhochschule Basel bei Hatto Beyerle. Solistendiplom. Seit 2006 Bratschistin im Orchester der Oper Zürich (Philharmonia Zürich).

Luzius Gartmann, Violoncello

Aufgewachsen in Chur. Matura. Konzertexamen an der Musikhochschule Wien bei André Navarra. Seit 1986 Mitglied des Orchesters der Oper Zürich (heute Philharmonia Zürich). Kammermusikkonzerte (Orion Trio, Ensemble Chamäleon, Avalon Trio) in vielen Musikzentren Europas und Japans.

Filipa Nunes, Klarinette

Geboren 1988 in Portugal. Ausbildung in Lissabon und Basel (bei François Benda). Mitglied des Orchesters der Oper Zürich. Dozentin für Bassklarinette am Conservatorio della Svizzera Italiana. Breites Interesse an Literatur, Gesang, Theater und insbesondere am Tango.

Tomás Gallart, Horn

Geboren in Spanien. Ausbildung in Valencia, Wien und Köln. Erstpreisträger 1995 beim VI. Internationalen Hornwettbewerb „Cita de Porcia“ (Italien). 2. Preis 1996 beim XXXI. Internationalen Hornwettbewerb in Markneukirchen (Deutschland). Seit 1997 ist er 1. Hornist im Orchester der Oper Zürich.

Programm

Ralph Vaughan Williams (1872–1958)

Quintett D-Dur für Klarinette, Horn, Violine, Violoncello und Klavier

Johannes Brahms (1833–1897)

Klavierquintett f-Moll op. 34 für zwei Violinen, Viola, Violoncello und Klavier

Ticketreservation

Nordpol

1978 wurde an der Zuger Industriestrasse die HandwerkStadt Zug eröffnet. Das Konzept, den Handwerker direkt mit einem breiten Produktesortiment für seinen täglichen Bedarf zu versorgen, war erfolgreich. Heute ist die HandwerkStadt umgezogen. Das leerstehende Gebäude auf dem Firmenareal der V-Zug wird unter dem Projektnamen «Nordpol» für ein paar Monate zwischengenutzt. Später wird an dieser Stelle der Mobility Hub des Technologieclusters Zug entstehen, ein Parkhaus der besonderen Art mit diversen nachhaltigen Mobilitätsangeboten. So unscheinbar das Nordpol-Gebäude ist, steht es doch stellvertretend für einen künftigen Brennpunkt in der Stadtentwicklung und deren seit dem 19. Jahrhundert schrittweise erfolgten Ausdehnung Richtung Norden: In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird auf dem 80'000 Quadratmeter grossen Werkareal der V-Zug ein hochmodernes neues Stadtquartier entstehen – eben der Technologiecluster Zug. Die industrielle Produktion wird beibehalten, aber räumlich so verdichtet, dass grosse Flächen für die zusätzliche Stärkung des Werkplatzes Zug, aber auch für Gewerbe und Wohnen frei werden.

Anfahrt

Die Zwischennutzung Nordpol befindet sich in Richtung Baar ganz am Ende der Industriestrasse auf der linken Seite (Industriestrasse 61). ÖV: S1 und S2, Station Baar Lindenpark; Bus Linie 3 (Haltestelle Stadtgrenze), Linie 4 (Haltestelle Grienbach). Parkplätze beim Zugorama der V-Zug.

Ensemble Chamäleon

Die Pianistin Madeleine Nussbaumer hat viel frischen Wind in die Zuger Kammermusikszene gebracht: zuerst 1990 mit der Gründung des Ensemble Chamäleon und dann – quasi das i-Tüpfelchen auf ihrer Innovationsleistung – mit der Lancierung und Durchführung des Festivals Sommerklänge seit dem Jahr 2001. Typisch für beide Konzertreihen sind die abwechslungsreiche, erfrischende Programmierung und die hohe Qualität der Mitwirkenden. Das Chamäleon ist im Kern ein Klaviertrio mit Madeleine Nussbaumer, dem Geiger Tobias Steymans, Konzertmeister im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks München, und dem Cellisten Luzius Gartmann. Je nach Programm stossen weitere Mitwirkende und ihre Klangfarben dazu – dieses Jahr eine zweite Geigerin, eine Bratschistin, eine Klarinettistin und ein Hornist.

Füllhorn-Musik

Die Anfänge des Schaffens von Ralph Vaughan Williams (1872–1958), einem der bedeutendsten englischen Komponisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, waren durchdrungen vom Bemühen, seine unverwechselbare Musiksprache zu entdecken. Diesem überkritischen Bemühen sind zwischen 1895, als er seine Studien am Royal College of Music in London abschloss, und 1908, als er nach Paris ging, um sich von Maurice Ravel unterrichten zu lassen, eine ganze Reihe von Werken zum Opfer gefallen, sei es, dass Vaughan Williams sie zerstörte oder einfach zurückzog. Auch das Quintett in D-Dur für Klarinette, Horn, Violine, Violoncello und Klavier, geschaffen 1898, uraufgeführt 1901 und noch 1903 vom Komponisten selbst als eines seiner wichtigsten bisherigen Werke bezeichnet, verschwand danach in der Versenkung, wurde nie im Druck veröffentlicht, blieb aber als Manuskript erhalten und kam aus dem Nachlass in die British Library, allerdings versehen mit einem Aufführungsverbot, das erst in den 1990er Jahren gelockert wurde.

Vaughan Williams’ D-Dur-Quintett sei – so heisst es einmal – wie anglisierter Brahms mit einer Prise Humor. Umso reizvoller, dem Engländer den grossen Deutschen mit einem seiner Meisterwerke, dem f-Moll-Klavierquintett, gegenüberzustellen.

Den Ausnahmerang dieses 1865 vollendeten Quintetts hat Clara Schumann einmal so umschrieben, dass es ihr immer wieder vorkomme, als hätte sie eine grosse tragische Geschichte gelesen. Das viersätzige Werk entfaltet sich von Anfang an im Ton einer Tragödie und in einem gewaltigen Spannungsbogen von nie nachlassender Intensität. Bis es allerdings diesen Grad an Vollkommenheit erreicht hatte, durchlief es eine unglaubliche Klang-Metamorphose und wechselte mehrmals die Gestalt. Fast exakt die gleiche Musik, die wir heute von Klavier und Streichquartett gespielt hören, war ursprünglich für Streicher allein bestimmt: als Quintett für zwei Violinen, Viola und zwei Celli. Da diese erste Version aus den Jahren 1862/63 in privaten Proben und Voraufführungen nicht den erhofften Klangeffekt erzielte, zog sie Brahms zurück und arbeitete sie zu einer Sonate für zwei Klaviere um (später als Opus 34b veröffentlicht). Doch was für Streicher zu wild und zu ausladend erschien, wirkte auf zwei Klavieren zu monochrom. Für ein Streichquintett fehle dem Werk der «Klangreiz», so der Geiger und Freund Joseph Joachim. In der Fassung für zwei Klaviere hingegen gingen «eine Menge der schönsten Gedanken» verloren, so Clara Schumann. Brahms suchte darum nach einer dritten Klanglösung für das thematische Material, von dem Clara sagte, es sei so «wundervoll grossartig», dass man es «mit einem Füllhorn über das ganze Orchester ausstreuen» müsste, und fand sie im Verschmelzen von Streicher- und Klavierklang.

Einführung zum Konzertort

Beat Weiss
dipl. Bauingenieur ETH, Geschäftsführer V-Zug Immobilien AG

Aperitivo

Colicchio Vini Zug

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