KNONAU
weiler baaregg
SONNTAG, 4. AUGUST 2019, 17.00 UHR
«klanglandschaften»
elbtonal percussion

Jan-Frederick Behrend, Schlagwerk

Geboren 1976 in Hamburg. Studierte klassisches Schlagzeug an der Hamburger Musikhochschule. Gründungsmitglied, Komponist, Produzent und Marimba-Solist von Elbtonal Percussion. Komponist und Produzent von Film- und Werbemusik. Lehrauftrag an der HMT Rostock für Solo-Percussion und Kammermusik.

Andrej Kauffmann, Schlagwerk

Geboren in Hamburg. Studierte klassisches Schlagzeug an der Musikhochschule Hamburg. 1996 Gründungsmitglied von Elbtonal Percussion. Arrangeur. Dozent beim Landesjugendorchester Baden-Württemberg und beim Jugendorchester von Zentralamerika.

Stephan Krause, Schlagwerk

Geboren 1970 in Hamburg. Studierte klassisches Schlagwerk und Jazzschlagzeug in Hamburg und Freiburg. 1996 Gründungsmitglied von Elbtonal Percussion; als Arrangeur und Komponist für einen Grossteil des Repertoires verantwortlich. Stipendiat der Hansestadt Hamburg im Bereich Komposition.

Sönke Schreiber, Schlagwerk

Geboren 1980 in Hannover. Studium des klassischen Schlagwerks an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 2010 Mitglied von Elbtonal Percussion. Lehrtätigkeit. Mit der Pianistin Elisaveta Ilina Gründung des Duos «farbton» (Kammermusik für Klavier und Marimba / Schlagzeug).

Programm

Soundscapes

Diverse Komponisten und Arrangeure

Ticketreservation

Weiler Baaregg

Von Steinhausen aus gesehen, liegt der Weiler Baaregg einen knappen Kilometer ennet der Kantonsgrenze Zug-Zürich in einer landschaftlich reizvollen kleinen Senke, die sich nach Nordwesten hin öffnet. Das etwas tiefer gelegene Mutterdorf Knonau ist rund anderthalb Kilometer entfernt. Der Name Baaregg hat mit dem zugerischen Baar nichts zu tun. Er wird gedeutet als Bezeichnung für eine Geländekante, die an einer Grenze liegt oder eine Grenze bildet. Gleichwohl gingen die Verbindungen mit Zug über das rein Nachbarschaftliche und den Warenaustausch hinaus, indem ein Teil von Steinhausen bis 1798 der zürcherischen Hochgerichtsbarkeit unterstand. 1781 zählte der Weiler Baaregg fünf Bauernhöfe mit acht Haushaltungen und rund fünfzig Einwohnerinnen und Einwohnern. Bezogen auf die ganze Gemeinde Knonau war Baaregg der wohlhabendste Dorfteil. Eine der reichsten Knonauer Familien lebte auf dem etwas oberhalb des Weilers gelegenen Buchhof und stellte während Generationen den Seckelmeister der Landvogtei Knonau. Das Ortsbild von Baaregg ist als überkommunal schutzwürdig eingestuft. Mittendrin steht das älteste noch bestehende Bauernhaus von ganz Knonau, erbaut 1512.

Anfahrt

Auf der Knonauerstrasse etwa 300 Meter nach der Überquerung der Autobahn scharf rechts abbiegen in die Baareggstrasse. Adresse: Baaregg 32/34, Knonau. Parkplätze vorhanden. ÖV: S5 bis Bahnhof Knonau; Shuttledienst ab Bahnhof Knonau ab 15.30 Uhr (bitte unbedingt reservieren!).

Elbtonal Percussion

Elbtonal Percussion wurde 1996 von Jan-Frederick Behrend, Wolfgang Rummel, Andrej Kauffmann und Stephan Krause gegründet. Sie alle studierten damals an der Hamburger Musikhochschule klassisches Schlagzeug. Drei der vier Gründungsmitglieder sind immer noch dabei. 2010 ist Sönke Schreiber neu dazu gestossen. Ihren musikalischen Stil bezeichnet die Gruppe selbst als «kreativen Crossover» aus Klassik, Jazz und, Neuer Musik, Rockmusik und Drum and Bass. Mittlerweile haben es die vier auf über tausend Konzerte in ganz Europa und in Asien gebracht, nicht nur in Peking, sondern auch an den Sommerklängen, wo sie 2014 schon einmal zu Gast waren. Wer damals das legendäre Konzert hinter der Kapelle St. Adrian zwischen Walchwil und Arth miterlebt hat, wird die Wiederbegegnung keinesfalls verpassen wollen!

Klanglandschaften

Von Johann Sebastian Bach bis zur britischen Rockband Radiohead reichen die Kompositionen, mit denen Elbtonal Percussion seine Klanglandschaften oder eben «soundscapes» – so der Titel des Programms – in die Konzerthäuser malt und die Frage, ob denn Perkussion und Kammermusik überhaupt zusammengehen können, gar nicht erst aufkommen lässt. Musik aus anderen Kontinenten, fernen Kulturen und alten Zeiten kommt in zeitlosem Gewand daher. Von der Jazzballade auf dem Vibraphon, die mit Bach-Zitaten spielt, über afrikanische und japanische Klänge auf den jeweils typischen Instrumenten wie Balaphon, Schlitztrommel, Rainmaker oder japanischen Fasstrommeln bis hin zum Gute-Nacht-Stück – all das und noch viel mehr macht die Facetten von Elbtonal Percussion aus.

Das optische Element, schon immer ein Merkmal des Ensembles, ist in den letzten Jahren vielleicht noch wichtiger geworden. Nur schon der Anblick der Bühne ist bereits ein Erlebnis, bevor das Konzert überhaupt begonnen hat. Das gewaltige, den ganzen Bühnenraum füllende Instrumentarium ist gleichsam ein «Klang-Massiv» aus Trommeln, Becken und Gongs aus aller Welt, harmonisch bereichert durch Marimbaphon und Vibraphon und ergänzt mit Alltagsgegenständen aller Art wie Regentonnen, Wassergläsern, Plastikeimern, Holzbrettern usw.

Die vier Musiker, die an der Weltausstellung 2010 im chinesischen Shanghai die Stadt Hamburg als Kulturbotschafter repräsentierten, begeistern durch Dynamik und stilistische Vielfalt und bringen buchstäblich alles zum Klingen, was ihnen unter ihre virtuosen Hände kommt. Ihre atemberaubend präzisen Klangspiele, die in immer wieder neuen Farben leuchten, verwandeln den Konzertort in einen einzigartigen Erlebnisraum. Mal verbreitet sich die fast schon beschwörende Magie eines archaischen Rituals, mal die eher verspielte Konzentration eines experimentellen Klanglabors. Musik, die dynamisch mitreissend, aber auch versonnen und fragil ist. Ganz wunderbar auch die Brüche hin zu ganz leisen, feinen Stücken, in denen grandios mit Materialgeräuschen gearbeitet wird. Die Komponisten kommen aus aller Welt, unter anderem aus Serbien, Deutschland, Belgien, den USA und Japan, und gehören wie Keiko Abe, die japanische Grande Dame des Marimbaphons, oder Casey Cangelosi, der amerikanische Paganini unter den Perkussionisten, zu den erfolgreichsten ihrer Zunft.

Insgesamt ein Genuss für Auge und Ohr, bei dem dank geschickter Moderation und präzis choreographierter Bühnenpräsenz auch der Humor nicht zu kurz kommt. Doch zu keinem Zeitpunkt überschreitet das Quartett die Grenze zur blossen Show. Stets bleiben das musikalische Werk und seine Interpretation im Zentrum.

Einführung zum Konzertort

Benno Furrer
Dr. phil., Geograf, wissenschaftlicher Leiter der Schweizerischen Bauernhausforschung

Catering

A. Iten Bäckerei – Konditorei, Knonau & Familie Melanie und Markus Gut, Baaregg, Knonau

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