ZUG
ZEPHYR HANGAR V-ZUG
SONNTAG, 12. JULI 2020, 17.00 UHR
«#HEIMAT»
CALMUS ENSEMBLE

Anja Pöche, Sopran

Geboren 1980 in Leipzig. Ausbildung bei Adelheid Vogel an der Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» Leipzig. Mitglied von Calmus seit 2001. Daneben regelmässige Auftritte als Solistin in Oratorien- und Kantatenkonzerten in Europa und den USA.

Stefan Kahle, Countertenor

Geboren 1992 in Zwenkau. 2003–2011 Mitglied des Leipziger Thomanerchores. Studium an der Schola Cantorum Basiliensis (Hochschule für Alte Musik Basel) bei Prof. Gerd Türk. Gründungsmitglied und Sopranus des Vokalquartetts «Ensemble de Morales. Mitglied von Calmus seit 2018.

Friedrich Bracks, Tenor

Geboren 1983 in Starnberg. Schauspielstudium in München und Los Angeles. Parallel dazu privates Gesangsstudium bei Ingrid Bettag und Peter Pöppel. Passion für die Musik des Barock und der Renaissance. Langjähriges Mitglied beim Ensemble miXtur, zuletzt auch als musikalischer Leiter. Mitglied von Calmus seit 2020.

Ludwig Böhme, Bariton

Geboren in Rodewisch/Vogtland. Mitglied des Leipziger Thomanerchors. Mitgründer von Calmus. Ausbildung zum Chordirigenten an der Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» Leipzig. Leiter des Kammerchors Josquin des Préz und des Leipziger Synagogalchors.

Manuel Helmeke, Bass

Geboren 1988 in Stendal. Ausbildung bei Berthold Schmid und Roland Schubert an der Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» Leipzig. Mitglied von Calmus seit 2015. Begeisterter Chorleiter mit einer Vorliebe für neue christliche Musik.

Programm

Werke von Johann Sebastian Bach, Johann Christoph Bach, Johann Christoph Altnikol, Johann Gottfried Schicht, Ernst Friedrich Richter, Gustav Schreck, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wilhelm Weismann, Kurt Thomas, Max Reger und Fredo Jung

Ticketreservation

Zephyr Hangar V-Zug

In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird auf dem 80'000 Quadratmeter grossen Werkareal der V-Zug ein hochmodernes neues Stadtquartier entstehen – der Tech Cluster Zug. Die industrielle Produktion wird beibehalten, aber räumlich so verdichtet, dass grosse Flächen für die zusätzliche Stärkung des Werkplatzes Zug, aber auch für Gewerbe und Wohnen frei werden. Ein erster, markanter Akzent in diesem Umwandlungsprozess ist das neue Fabrikationsgebäude der V-Zug – der Zephyr Hangar der Basler Architekten Diener & Diener. Die Krone des Hangars ist ein Holzhallenaufbau mit augenfälligem Sheddach – eine Konstruktion, die vor allem in der klassischen Industriearchitektur bei Gebäuden mit grossen Grundflächen zum Zug kommt. Das Spezielle an der Holzkonstruktion ist die grosse Spannweite von fast 40 Metern und die Hallenlänge von 90 Metern. Der Raumeindruck der jetzt noch fast leeren Halle ist gewaltig, die Akustik dank der Holzbauweise phänomenal. Ein Konzertsaal wie eine Fata Morgana – und doch für kurze Zeit Realität. Danach wird die Halle dem Fabrikationsprozess zur Verfügung stehen: Oberflächenbehandlung von Metallteilen, Werkzeugbau, Werkzeugkonstruktion.

Anfahrt

Die V-Zug AG befindet sich an der Industriestrasse 66. ÖV: S1 und S2, Station Baar Lindenpark; Bus Linie 3 (Haltestelle Kistenfabrik), Linie 4 (Haltestelle V-Zug). Parkplätze beim Zugorama der V-Zug.

Calmus Ensemble

Die traditionsreiche Thomasschule in Leipzig ist ein überaus fruchtbarer musikalischer Nährboden. Zu den schönsten Blüten, die in der jüngeren Vergangenheit daraus hervorgegangen sind, zählt das 1999 gegründete Vokalensemble Calmus mit der einzigartigen Besetzung aus Sopran, Countertenor, Tenor, Bariton und Bass. Dessen Markenzeichen sind stimmliche Homogenität, Klang- und Intonationskultur, Präzision, Leichtigkeit und Witz und eine Musizierfreude, die sich in einer schier grenzenlosen stilistischen Bandbreite ausdrückt: von der Vokalmusik der Renaissance, des Barock und der Romantik bis zur Musik unserer Zeit und zahlreichen eigenen Kompositionsaufträgen, ganz abgesehen davon, dass die fünf Leipziger auch gerne Pop, Folk und Jazz singen und arrangieren. Bei den Sommerklängen sind sie bereits zum vierten Mal zu Gast.

Leipziger Meister

Calmus ist heuer bereits zum vierten Mal zu Gast bei den Sommerklängen. 2009 haben uns die fünf Leipziger in der Pfarrkirche Oberrüti am Festtag Mariä Himmelfahrt mit einem Strauss von Marien-Motetten zu Tränen gerührt. 2012 zeigten sie sich von einer ganz anderen Seite, indem sie zusammen mit dem Publikum die weiten und so verschiedenartigen Felder der Dichtkunst und der Literaturvertonungen durchschritten – von Hirten-Madrigalen des 17. Jahrhunderts bis zu den Liebesliedern des Wiener Kabarettisten Georg Kreisler. 2016 stand das Madrigal im Mittelpunkt, das seine Blütezeit zwischen 1520 und 1620 hatte und Komponisten wie Monteverdi oder Gesualdo die Möglichkeit bot, sich unabhängig von der dominierenden und stark formalisierten geistlichen Musik kreativ und frei zu entfalten.


Und 2020? «#Heimat» lautet der Programmtitel. Der Hashtag als Gefäss, als eine Art Zettelkasten für eine musikalische Spurensuche in eigener Sache. Und weil wir zuerst ein gutes Stück weggehen müssen, bevor wir überhaupt merken können, woher wir kommen, hat Calmus das Jubiläum seines zwanzigjährigen Bestehens zum Anlass genommen, um sich Fragen zu seiner musikalischen Herkunft zu stellen. Was hat uns geprägt? Was klingt in uns? Wo fühlen wir uns heimisch? Die Antworten gibt Calmus, wie könnte es anders sein, musikalisch und ganz subjektiv. Da spielen Wohnort, Kindheit, Familie und Studium eine Rolle. Was Heimat sein könnte, beginnen wir aber auch dann zu erspüren, wenn wir sie gerade verlassen und neuen Boden betreten. Das Ergebnis dieser Spurensuche ist ein Klangerlebnis, das zwar in Leipzig seinen Ursprung hat und aus der vielhundertjährigen Leipziger Musikgeschichte schöpft, aber auch weit über Leipzig hinaus strahlt und wirkt.


Am Anfang steht natürlich Johann Sebastian Bach, allerdings leicht verfremdet, sei es in einer Collage aus mehreren Bach-Werken, sei es in einer Transkription aus dem Wohltemperierten Klavier. Bachs Familie kommt mit seinem Grossonkel und seinem Schwiegersohn zu Wort. Grosse Namen wie Felix Mendelssohn Bartholdy und Max Reger haben ihren Platz neben weniger bekannten Liedmeistern aus dem Umfeld von Thomaskirche, Gewandhaus und Konservatorium. Klassiker treffen auf Raritäten, Ernst und Leichtigkeit begegnen sich. So spannt sich der Bogen vom 17. bis ins 20. Jahrhundert und endet, typisch Calmus, mit einer Komposition, die das Ensemble 2019, in seinem Jubiläumsjahr, in Auftrag gab: «Erlesenes» im gewollt doppeldeutigen Sinn – ein Liederzyklus nach Gedichten von Robert Gernhardt, dem unvergesslichen Zeichner, Lyriker und Mitbegründer des Satiremagazins «Titanic». Den Zyklus geschaffen hat Fredo Jung, der neben seiner Tätigkeit als freischaffender Dirigent, Komponist und Arrangeur an der Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» lehrt. Wo? Natürlich in Leipzig. Womit sich der Kreis geschlossen hat.

Aperitivo

Colicchio Vini, Zug
 

to top