ZUG
ZEPHYR HANGAR V-ZUG
SONNTAG, 2. AUGUST 2019, 17.00 UHR
«Treffpunkt salzburg»
ESTHER HOPPE & FREUNDE

Esther Hoppe, Violine

Geboren in Zug. Studien in Basel, Philadelphia (Curtis Institute of Music), London und Zürich. 1. Preise am Internationalen Mozart-Wettbewerb Salzburg und am ARD-Wettbewerb München. Internationale Konzerttätigkeit. Seit 2013 Professur für Violine an der Universität Mozarteum Salzburg.

David McCarroll, Violine

Geboren 1986 in Kalifornien. Mit 13 Jahren Student der Yehudi-Menuhin-School in London, danach Studien in Boston und Berlin. Seit 2015 Mitglied des Wiener Klaviertrios. Rege internationale Konzerttätigkeit, daneben grosses Interesse an sozialen Projekten (z.B. Starcross Community für Aids-Waisen).

Veronika Hagen, Viola

Stammt aus einer Salzburger Musikerfamilie. Mitglied des berühmten Hagen Quartetts, das seit nunmehr 40 Jahren alle grossen Bühnen der Welt bespielt. Unzählige und vielprämiierte CD-Einspielungen. Professorin für Viola an der Universität Mozarteum Salzburg.

Clemens Hagen, Violoncello

Geboren in Salzburg. Studien in Salzburg und Basel, u.a. bei Heinrich Schiff. Mitglied des berühmten Hagen Quartetts. Weltweite Tätigkeit auch als Solist. Professor für Cello an der Universität Mozarteum Salzburg. Spielt ein Cello von Antonio Stradivari von 1698.

Christian Poltéra, Violoncello

Geboren 1977 in Zürich. Studium bei Heinrich Schiff in Salzburg und Wien. Konzertiert weltweit als Solist und Kammermusiker. Festes Streichtrio mit Frank Peter Zimmermann und Antoine Tamestit. Spielt das berühmte Violoncello «Mara» von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1711.

Programm

Jean Baptiste Barrière (1707–1747)

Sonate Nr. 4 in G-Dur für 2 Violoncelli

Antonín Dvořák (1841–1904)

Terzetto C-Dur op. 74 für 2 Violinen und Viola

Franz Schubert (1797–1828)

Streichquintett C-Dur D 956

Ticketreservation

Zephyr Hangar V-Zug

In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird auf dem 80'000 Quadratmeter grossen Werkareal der V-Zug ein hochmodernes neues Stadtquartier entstehen – der Tech Cluster Zug. Die industrielle Produktion wird beibehalten, aber räumlich so verdichtet, dass grosse Flächen für die zusätzliche Stärkung des Werkplatzes Zug, aber auch für Gewerbe und Wohnen frei werden. Ein erster, markanter Akzent in diesem Umwandlungsprozess ist das neue Fabrikationsgebäude der V-Zug – der Zephyr Hangar der Basler Architekten Diener & Diener. Die Krone des Hangars ist ein Holzhallenaufbau mit augenfälligem Sheddach – eine Konstruktion, die vor allem in der klassischen Industriearchitektur bei Gebäuden mit grossen Grundflächen zum Zug kommt. Das Spezielle an der Holzkonstruktion ist die grosse Spannweite von fast 40 Metern und die Hallenlänge von 90 Metern. Der Raumeindruck der jetzt noch fast leeren Halle ist gewaltig, die Akustik dank der Holzbauweise phänomenal. Ein Konzertsaal wie eine Fata Morgana – und doch für kurze Zeit Realität. Danach wird die Halle dem Fabrikationsprozess zur Verfügung stehen: Oberflächenbehandlung von Metallteilen, Werkzeugbau, Werkzeugkonstruktion.

Anfahrt

Die V-Zug AG befindet sich an der Industriestrasse 66. ÖV: S1 und S2, Station Baar Lindenpark; Bus Linie 3 (Haltestelle Kistenfabrik), Linie 4 (Haltestelle V-Zug). Parkplätze beim Zugorama der V-Zug.

Esther Hoppe & Freunde

Zwar kein festes Ensemble, aber ein dichtes Geflecht an musikalischen Verbindungen, die allesamt mit Salzburg in Beziehung stehen: Die Geschwister Veronika und Clemens Hagen, sie Bratschistin und er Cellist, stammen aus einer Salzburger Musikerfamilie und sind Mitglieder des berühmten Hagen Quartetts, das seit nunmehr vierzig Jahren alle grossen Bühnen der Welt bespielt. Beide haben sie eine Professur an der Universität Mozarteum Salzburg. Auch die Zuger Geigerin Esther Hoppe ist Professorin am Mozarteum. Während ihrer Schwangerschaft hat der Geiger David McCarroll ihre Stellvertretung übernommen. Er selbst ist zusammen mit Clemens Hagen Mitglied des Wiener Klaviertrios. Clemens Hagen und Christian Poltéra wiederum waren Schüler von Heinrich Schiff – natürlich am Mozarteum. Und heute spielen sie die beiden Stradivari-Celli, die auch von Heinrich Schiff gespielt wurden ...

Ein Mysterium

Um Jean Barrières Bedeutung zu würdigen, bedarf es eines kurzen Blicks auf den Stand des Cellospiels zu seiner Zeit: Grosse, unhandliche Instrumente, gespielt mit einer nicht adäquaten Haltung und Fingersatztechnik, waren die Hauptgründe, dass das Cello lange Zeit nur Begleitaufgaben übernahm. Erst als in Italien gegen Ende des 17. Jahrhunderts kleinere Instrumente gebaut wurden (zum Beispiel das kleine Modell von Stradivari), entstand auch solistische Musik. Frankreich hinkte hinterher, und der begnadete Cellist Jean Barrière war der Vorreiter, der sich in Italien die nötige Technik beibringen liess und in der Folge Werke von bisher nicht gekanntem Schwierigkeitsgrad komponierte.


In der Sonate Nr. 4 in G-Dur werfen sich die zwei Cellisten konstant dialogisierend virtuos die Bälle zu, während der kurze Mittelsatz einen kantablen Ruhepol darstellt.


1887 wohnte Dvořák für eine Weile bei seiner Schwiegermutter. Diese hatte ein weiteres Zimmer im Haus an einen Chemiestudenten vermietet, der Amateurgeiger war und gelegentlich zu Hause Geigenunterricht von einem Lehrer bekam. Dvořák, selbst Bratschist, hatte Lust, mit den beiden zu musizieren, und schrieb kurzerhand und voller Enthusiasmus innerhalb einer Woche das Terzetto op. 74. Es stellte sich aber heraus, dass dieses für Laienmusiker viel zu schwer war (deshalb schrieb er später noch die Miniaturen op. 75a für die gleiche Besetzung…). Heute ist das Terzetto mit seiner böhmischen Melodienseligkeit und seinem verspielten Charme das wohl berühmteste Werk für diese ungewöhnliche Besetzung.


Schuberts Streichquintett in C-Dur ist die Krönung der Kammermusikliteratur schlechthin. Er komponierte es zwei Monate vor seinem Tod. Nicht nur die epischen Ausmasse dieses beinahe symphonischen, fast einstündigen Werks und die tiefgründige musikalische Aussage, sondern auch die Tatsache, dass dieses Meisterwerk zu Schuberts Lebzeiten nie aufgeführt wurde, tragen zum einzigartigen Mythos dieses Werks bei. Oder wie der berühmte Musikkritiker Joachim Kaiser schrieb: «Vor F. Schuberts Streichquintett verneigen sich alle Menschen, denen Musik, Kammermusik gar, etwas bedeutet, glücklich bewundernd – oder sie schwärmen. Das Werk nimmt einen singulären Platz in Schuberts Schaffen, ja gar in der Musikliteratur ein. Es ist rätselhaft, und es ist vollendet… Mit Worten kann kein Mensch das tönende Mysterium dieses Werkes völlig enträtseln oder auf Begriffe bringen.»

Aperitivo

Colicchio Vini, Zug

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