UNTERÄGERI
Ägerihalle
SONNTAG, 1. AUGUST 2021, 17.00 UHR
«Auf Seitenpfaden»
LIEDERABEND

Matthew Rose, Bass

Geboren in Brighton GB. Studium am Curtis Institute in Philadelphia. 2003 Mitglied des Young Artists Program des Royal Opera House Covent Garden. 2006 Debüt am Glyndebourne Festival und 2011 an der Metropolitan Opera New York. Als Liedsänger Auftritte im Concertgebouw Amsterdam und in der Wigmore Hall London.

Adrian Kelly, Klavier

Studium an der Universität Cambridge. Mitglied des Young Artists Programme am Royal Opera House, Covent Garden. Danach Solorepetitor an der Staatsoper Hamburg. Von 2010 bis 2017 Erster Kapellmeister und von 2017 bis 2019 Musikdirektor am Salzburger Landestheater. Von 2015 bis 2020 musikalischer Leiter des Young Singers Project der Salzburger Festspiele. Seit der Spielzeit 2020/21 musikalischer Leiter des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Programm

Franz Schubert (1797–1828)

Drei italienische Lieder

Gerald Finzi (1901–1956)

Let Us Garlands Bring (nach Shakespeare-Texten)

Tom Poster (*1981)

The Turning Year

Jacques Ibert (1890–1962)

Don Quichotte

Gustav Mahler (1860–1911)

Des Antonius von Padua Fischpredigt
Revelge

Konzertflügel Steinway & Sons

Ticketreservation

Anfahrt

Adresse Ägerihalle: Alte Landstrasse 113, Unterägeri. ÖV: Buslinie 1 ab Zug/Bahnhof bis Haltestelle «Unterägeri Zentrum». Mit Auto: Von Zug her kommend etwa 50 Meter nach dem Kreisel links abbiegen in die Waldheimstrasse; Parkhaus «Chilematt/Ägerihalle» an der Waldheimstrasse 4.

Matthew Rose und Adrian Kelly

Der englische Bassist und Grammy Award-Gewinner Matthew Rose tritt regelmässig in der Mailänder Scala, im Royal Opera House in London oder in der Metropolitan Opera in New York auf. Er wurde von Orchestern wie dem London Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic oder dem Tonhalle Orchester Zürich engagiert. Zudem war er Gast an den BBC Proms, am Edinburgh Festival oder am Mostly Mozart Festival in New York – sowie in diesem Jahr bereits zum dritten Mal am Festival Sommerklänge! Begleitet wird er vom renommierten englischen Liedbegleiter Adrian Kelly, der neben seiner vielseitigen Tätigkeit als Dirigent seit der vergangenen Saison musikalischer Leiter des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich ist. (Adrian Kelly springt für die leider kurzfristig verhinderte Helen Collyer ein.)

Auf Seitenpfaden

Franz Schubert auf Nebenwegen! 1827 traf er in Wien den berühmten italienischen Bassisten Luigi Lablache. Die beiden schätzten einander. Als an einem Fest Schuberts «Gondelfahrer» vierstimmig gesungen wurde, war Lablache davon so angetan, dass er um eine Wiederholung bat und dabei die zweite Bassstimme gleich selber sang. Es ist anzunehmen, dass Schubert die drei italienischen Lieder op. 83 dem Neapolitaner Lablache auf den Leib geschrieben hat; jedenfalls hat er sie ihm gewidmet. Für den Verleger Tobias Haslinger mit seinem ausgeprägten Gespür für den musikalischen Zeitgeist und die Marktbedürfnisse entsprachen die Stücke genau dem, was das Publikum haben wollte: leicht zugängliche Musik, gewidmet einem allseits bekannten Sängerstar und dann erst noch Lieder in italienischer Sprache, nach denen ohnehin alle verrückt waren!Kennen Sie Gerald Finzi? Oder Tom Poster? Der Engländer Matthew Rose macht uns mit seinen beiden Landsleuten bekannt. Neben einem sehr populären Klarinettenkonzert bilden Chormusik und Lieder den Schwerpunkt in Finzis Werk. Kompositorisch stand er ganz in der Tradition eines Edward Elgar, entwickelte aber einen sehr persönlichen, oft elegischen Ton, am deutlichsten erkennbar in seinen empfindsamen Liedern und Chorwerken, wo die Musik mit jedem Wort der Textdichter in Einklang steht. Ein besonders schönes Beispiel ist der  Liederzyklus «Let Us Garlands Bring» – fünf Vertonungen von Shakespeare-Texten, die am 12. Oktober 1942 anlässlich des siebzigsten Geburtstags von Ralph Vaughan Williams in der National Gallery in London uraufgeführt wurden. Tom Poster wiederum, Jahrgang 1981, ist ein Energiebündel und Hans Dampf in vielen Gassen: Konzertpianist, begeisterter Kammermusiker, Mitbegründer des «Kaleidoscope Chamber Collective» und nicht zuletzt Komponist. Den Liederzyklus «The Turning Year» haben Matthew Rose und Tom Porter im April 2019 in der Londoner Wigmore Hall uraufgeführt. Eine ganz besondere Entstehungsgeschichte haben die Don Quichotte-Lieder von Jacques Ibert. Der österreichische Regisseur G. W. Pabst drehte 1932 in Frankreich einen aufwändig produzierten Tonfilm über den legendären Ritter von der traurigen Gestalt. Die Titelrolle spielte und sang der berühmte russische Opernsänger Fjodor Chaliapin. Im Vorfeld der Dreharbeiten hatte Pabst diverse Komponisten um Liedbeiträge gebeten, so auch Ibert. Von dessen Liedern gibt es ausser den entsprechenden Filmsequenzen auch noch eine separate Tonaufnahme mit Chaliapin und Ibert am Dirigentenpult. Den grandiosen Schlusspunkt setzen zwei Wunderhorn-Lieder von Gustav Mahler: zuerst die bitterböse Fischpredigt des Antonius von Padua, der die Kirche menschenleer vorfindet und deshalb den Wasserbewohnern predigt. Erfolg: «Die Predigt hat g’fallen, sie bleiben wie allen», ändern also gar nichts. Und dann «Revelge» (gleichbedeutend mit Reveille oder Weckruf), das tief erschütternde und beklemmende Seelengemälde über Krieg, Schlacht und Tod.

Aperitivo

Colicchio Vini, Zug

to top