UNTERÄGERI
Ägerihalle
SONNTAG, 1. AUGUST 2021, 17.00 UHR
«Auf Seitenpfaden»
LIEDERABEND

Matthew Rose, Bass

Geboren in Brighton GB. Studium am Curtis Institute in Philadelphia. 2003 Mitglied des Young Artists Program des Royal Opera House Covent Garden. 2006 Debüt am Glyndebourne Festival und 2011 an der Metropolitan Opera New York. Als Liedsänger Auftritte im Concertgebouw Amsterdam und in der Wigmore Hall London.

Helen Collyer, Klavier

Geboren in England. Studien an der University of Cambridge, an der Londoner Royal Academy of Music (Liedbegleitung bei Prof. Malcolm Martineau), am National Opera Studio und an der Opéra National de Paris. Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe. Gefragte Liedbegleiterin. Lebt in Berlin.

Programm

Franz Schubert (1797–1828)

Drei italienische Lieder

Gerald Finzi (1901–1956)

Let Us Garlands Bring (nach Shakespeare-Texten)

Tom Poster (*1981)

The Turning Year

Jacques Ibert (1890–1962)

Don Quichotte

Gustav Mahler (1860–1911)

Des Antonius von Padua Fischpredigt
Revelge

Konzertflügel Steinway & Sons

Ticketreservation

Anfahrt

Adresse Ägerihalle: Alte Landstrasse 113, Unterägeri. ÖV: Buslinie 1 ab Zug/Bahnhof bis Haltestelle «Unterägeri Zentrum». Mit Auto: Von Zug her kommend etwa 50 Meter nach dem Kreisel links abbiegen in die Waldheimstrasse; Parkhaus «Chilematt/Ägerihalle» an der Waldheimstrasse 4.

Matthew Rose und Helen Collyer

Ihre erste Begegnung hatten Matthew Rose und Helen Collyer 2010 an der Glyndebourne Festival Opera in der legendären David Hockney-Inszenierung von «The Rake's Progress» von Strawinsky, mit Matthew als teuflischem Nick Shadow und Helen, die ihn in der hochdramatischen Friedhofszene solo am Cembalo begleitete. Im Jahr darauf gab Matthew im Concertgebouw in Amsterdam einen Liederabend und lud Helen als seine Pianistin ein. Daraus ist eine fruchtbare Zusammenarbeit entstanden. Wir selbst haben Matthew noch in seiner Ausbildungszeit am Curtis Institute in Philadelphia zum ersten Mal gehört und waren von seiner wunderbaren Bassstimme tief beeindruckt. Aus dieser ersten Begegnung ist eine schöne Freundschaft gewachsen. Matthew Rose und Helen Collyer treten nach 2013 und 2015 zum dritten Mal an den Sommerklängen auf.

Auf Seitenpfaden

Franz Schubert auf Nebenwegen! 1827 traf er in Wien den berühmten italienischen Bassisten Luigi Lablache. Die beiden schätzten einander. Als an einem Fest Schuberts «Gondelfahrer» vierstimmig gesungen wurde, war Lablache davon so angetan, dass er um eine Wiederholung bat und dabei die zweite Bassstimme gleich selber sang. Es ist anzunehmen, dass Schubert die drei italienischen Lieder op. 83 dem Neapolitaner Lablache auf den Leib geschrieben hat; jedenfalls hat er sie ihm gewidmet. Für den Verleger TobiasHaslinger mit seinem ausgeprägten Gespür für den musikalischen Zeitgeistund die Marktbedürfnisse entsprachen die Stücke genau dem, was das Publikum haben wollte: leicht zugängliche Musik, gewidmet einem allseits bekannten Sängerstar und dann erst nochLieder in italienischer Sprache, nach denen ohnehin alle verrückt waren!Kennen Sie Gerald Finzi? Oder Tom Poster? Der Engländer Matthew Rose macht uns mit seinen beiden Landsleuten bekannt. Neben einem sehr populären Klarinettenkonzert bilden Chormusik und Lieder den Schwerpunkt in Finzis Werk. Kompositorisch stand er ganz in der Tradition eines Edward Elgar, entwickelte aber einen sehr persönlichen, oft elegischen Ton, am deutlichsten erkennbar in seinen empfindsamen Liedern und Chorwerken, wo die Musik mit jedem Wort der Textdichter in Einklang steht. Ein besonders schönes Beispiel ist der  Liederzyklus «Let Us Garlands Bring» – fünf Vertonungen von Shakespeare-Texten, die am 12. Oktober 1942 anlässlich des siebzigsten Geburtstags von Ralph Vaughan Williams in der National Gallery in London uraufgeführt wurden. Tom Poster wiederum, Jahrgang 1981, ist ein Energiebündel und Hans Dampf in vielen Gassen: Konzertpianist, begeisterter Kammermusiker, Mitbegründer des «Kaleidoscope Chamber Collective» und nicht zuletzt Komponist. Den Liederzyklus «The Turning Year» haben Matthew Rose und Tom Porter im April 2019 in der Londoner Wigmore Hall uraufgeführt.Eine ganz besondere Entstehungsgeschichte haben die Don Quichotte-Lieder von Jacques Ibert. Der österreichische Regisseur G. W. Pabst drehte 1932 in Frankreich einen aufwändig produzierten Tonfilm über den legendären Ritter von der traurigen Gestalt. Die Titelrolle spielte und sang der berühmte russische Opernsänger Fjodor Chaliapin. Im Vorfeld der Dreharbeiten hatte Pabst diverse Komponisten um Liedbeiträge gebeten, so auch Ibert. Von dessen Liedern gibt es ausser den entsprechenden Filmsequenzen auch noch eine separate Tonaufnahme mit Chaliapin und Ibert am Dirigentenpult.Den grandiosen Schlusspunkt setzen zwei Wunderhorn-Lieder von Gustav Mahler: zuerst die bitterböse Fischpredigt des Antonius von Padua, der die Kirche menschenleer vorfindet und deshalb den Wasserbewohnern predigt. Erfolg: «Die Predigt hat g’fallen, sie bleiben wie allen», ändern also gar nichts. Und dann «Revelge» (gleichbedeutend mit Reveille oder Weckruf), das tief erschütternde und beklemmende Seelengemälde über Krieg, Schlacht und Tod.

Aperitivo

Colicchio Vini, Zug

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