UNTERÄGERI
Ägerihalle
SONNTAG, 18. JULI 2021, 17.00 UHR
«Grandios»
STREICHTRIO

Esther Hoppe, Violine

Geboren in Zug. Studien in Basel, Philadelphia (Curtis Institute of Music), London und Zürich. 1. Preise am Internationalen Mozart-Wettbewerb Salzburg und am ARD-Wettbewerb München. Internationale Konzerttätigkeit. Seit 2013 Professur für Violine an der Universität Mozarteum Salzburg.

Veronika Hagen, Viola

Stammt aus einer Salzburger Musikerfamilie. Mitglied des berühmten Hagen Quartetts, das seit nunmehr 40 Jahren alle grossen Bühnen der Welt bespielt. Unzählige und vielprämiierte CD-Einspielungen. Professorin für Viola an der Universität Mozarteum Salzburg.

Clemens Hagen, Violoncello

Geboren in Salzburg. Studien in Salzburg und Basel, u.a. bei Heinrich Schiff. Mitglied des berühmten Hagen Quartetts. Weltweite Tätigkeit auch als Solist. Professor für Cello an der Universität Mozarteum Salzburg. Spielt ein Cello von Antonio Stradivari von 1698.

Programm

Ludwig van Beethoven (1770–1827)

Serenade D-Dur op. 8 (1797)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)

Divertimento Es-Dur KV 563 (1788)

Ticketreservation

Anfahrt

Adresse Ägerihalle: Alte Landstrasse 113, Unterägeri. ÖV: Buslinie 1 ab Zug/Bahnhof bis Haltestelle «Unterägeri Zentrum». Mit Auto: Von Zug her kommend etwa 50 Meter nach dem Kreisel links abbiegen in die Waldheimstrasse; Parkhaus «Chilematt/Ägerihalle» an der Waldheimstrasse 4.

Esther Hoppe, Veronika und Clemens Hagen

Sommerklänge 2020, Schlusskonzert im riesigen Zephyr-Hangar der V-Zug. Zur Aufführung kommt ein Monument der Kammermusikliteratur: das C-Dur-Streichquintett von Franz Schubert, riesig in seinen Ausmassen, tiefgründig und zugleich unergründlich in seiner musikalischen Aussage. Für die Anwesenden wird die Aufführung zu einer tief berührenden Sternstunde, zu einem jener seltenen Augenblicke, von denen man sich wünscht, sie möchten in ihrer fast schmerzenden Schönheit nicht aufhören, sondern andauern, verweilen. Nur noch ein bisschen ... Drei der damals beteiligten Musikerinnen und Musiker – quasi die Salzburger Connection (alle drei lehren am Salzburger Mozarteum) – beglücken uns dieses Jahr erneut, diesmal mit Beethoven und mit dem einzigen Streichtrio von Mozart, wieder ein Riesenwerk von fast fünfzig Minuten Spieldauer!

Grandios

Wie klein auch immer eine Wiener Serenade besetzt sein mag, sie erhebt doch Anspruch auf Klangfülle. Das schönste Beispiel für dieses Paradox ist die D-Dur-Serenade von Beethoven. Nur für drei Instrumente geschrieben, suggeriert sie doch eine fast sinfonische Farbpalette. So hört man gleich im einleitenden Marsch orchestrale Akkordfülle, im folgenden Adagio echte «Hornquinten», am Ende des Menuetts ein gitarrenhaftes Pizzicato, im d-Moll-Adagio orchestrale Begleitfiguren. Die ganze Stimmung eines abendlichen Ständchens ist eingefangen: vom festlichen Einzug bis zum Abgang, vom schmeichelnden Werben und sehnsüchtigen Klagen bis zum schwankenden Hoffen auf Erhörung. Klangvoller, farbenreicher und humorvoller hätte man eine Serenade für diese drei Instrumente kaum schreiben können. Und auch sonst ist das 1797 erschienene Opus ein kleines Wunder an Einfallsreichtum. Kaum ein anderes Werk des jungen Beethoven vereint ein so grosses Mass an schönsten melodischen Eingebungen auf so engem Raum und in so leicht fasslichen Formen.

Das Es-Dur-Divertimento ist Mozarts längstes Kammermusikwerk. Er komponierte es im August und September 1788, unmittelbar nach der Vollendung der letzten drei Sinfonien, denen es an musikalischem Gehalt in nichts nachsteht. Die sechs Sätze sind harmonisch reich und kontrapunktisch kunstvoll angelegt, lassen die drei Streichinstrumente vollkommen gleichberechtigt neben- und miteinander zur Geltung kommen und enthalten Partien, die zum Schönsten und Grossartigsten in der Kammermusikliteratur gehören.Wie aber kommt es, dass Mozart ein Werk von solch grandiosen Dimensionen und kunstvollstem Wechsel zwischen Tiefgründigstem und Tänzerisch-Volkstümlichem als Divertimento bezeichnete, also als ein Stück Unterhaltungsmusik?

Je schwieriger es für Mozart wurde, Orchesterkonzerte zu finanzieren, umso mehr boten sich «Quartett-Subskriptionsmusiken» als Alternative an, also Kammermusikabende für einen kleinen Kreis von Abonnenten. Ein Gönner stellte seinen Saal zur Verfügung. Mozart kümmerte sich um die Musiker und die Einstudierung seiner Stücke, die er exklusiv zur Verfügung stellte, so auch das Divertimento, in dem er selbst den Bratschenpart zu spielen pflegte. Das war der Rahmen, in dem Mozart seine anspruchsvollsten Kammermusiken aufführte: zusammen mit professionellen Musikern oder virtuosen Laien für einen Kreis von fein gebildeten Zuhörern. So wird verständlich, wie er ein Divertimento in sechs hoch komplexen Sätzen von fast 50 Minuten Spieldauer schreiben und aufführen konnte. Ein breites Publikum hätte er damit nur gelangweilt. Im Kreis seiner Wiener Gönner jedoch meinte der Titel Divertimento durchaus Unterhaltung – eine Unterhaltung für Kenner.

Aperitivo

Colicchio Vini, Zug

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