ZUG
Bei der alten Lorzenmündung*
SONNTAG, 25. JULI 2021, 17.00 UHR
«Lorzengroove»
BREIN, SCHMID & GANSCH

* Je nach Wetterlage findet das Konzert entweder als Open-Air auf der Wiese beim Kanu-Club oder in der Halle daneben statt. Der Anfahrtsweg bleibt derselbe. Der Weg ist gekennzeichnet. Genügend Parkplätze sind vorhanden. Weitere Auskünfte unter der Telefonnummer 076 706 82 84.

Benjamin Schmid, Violine

Geboren in Wien. Studien in Salzburg, Wien und Philadelphia (Curtis Institute). 1. Preis am Carl-Flesch-Wettbewerb London 1992. Auftritte mit dem Concertgebouw Orchester, den Wiener Philharmonikern und den St. Petersburger Philharmonikern. Leidenschaftlicher Jazzer. Professur am Mozarteum Salzburg.

Thomas Gansch, Trompete

Geboren 1975 in St. Pölten. Studium in Wien. 1997 Zuwendung zum Jazz. 1998–2006 spielt er im legendären Vienna Art Orchestra, das er noch heute als seine «wahre» Studienzeit bezeichnet. Gansch ist nicht nur einer der vielseitigsten Trompeter seiner Generation, sondern auch ein Entertainer durch und durch.

Georg Breinschmid, Kontrabass

Geboren 1973. Studierte klassischen Kontrabass an der Wiener Musikhochschule. 1996–1998 Mitglied der Wiener Philharmoniker. Seit 1999 freiberuflicher Jazzmusiker von internationalem Format. Seit 2003 verstärkte Kompositionstätigkeit mit besonderer Affinität zur Wiener Musik und zum Wienerlied.

Programm

Programm nach Ansage, ausgehend von Kompositionen und Arrangements von Beethoven, Rossini, Khatchaturjan, Tschaikowski, Kroll, Paradis, Lockwood, Leigh Harline & Ned Washington, Georg Breinschmid und Thomas Gansch

Ticketreservation

Anfahrt

Adresse: Sagistrasse 20, Zug. ÖV: S 1 bis Haltestelle Chollermüli, Fussweg bis zum See knapp 500 Meter. Zufahrt mit dem Auto: auf der Chamerstrasse von Zug her kommend beim Choller links abbiegen in die Chollerstrasse; Parkplätze werden angewiesen.

Brein, Schmid & Gansch

Der Kontrabassist Georg Breinschmid und der Geiger Benjamin Schmid, beide Wiener, kennen sich schon seit 1989. Über die Jahre haben sie immer wieder zusammen gespielt und ab 2003 ihre gemeinsame Arbeit stark ausgebaut. Aus ihren reichen musikalischen Erfahrungen in der klassischen wie in der improvisierten Musik und im Jazz ist wechselseitig ein intuitives, blindes Verständnis gewachsen, in das sich Dritte, die das gleiche Rüstzeug mitbringen, mühelos einfügen können. Diese Rolle übernimmt der dritte Österreicher im Bunde, der Trompeter und geborene Entertainer Thomas Gansch. Das Trio vereinigt drei singuläre Spitzenmusiker, wie es sie so vielleicht nur in Österreich gibt: Alle drei sind mit überschiessender Virtuosität ausgestattet und verschmelzen in ihrer Musik klassisches Klangideal, jazzigen Groove und freie Improvisation. Ultimative Kammermusik der Extraklasse!

Lorzengroove

Das kleine Rinnsal, das heute unterhalb des Chollers in den Zugersee mündet, will nicht so recht zum ansehnlichen Delta passen, das sich hier im Laufe der Jahrhunderte gebildet hat. Seit 1976 heisst dieses Rinnsal «die alte Lorze». Der Name erinnert an den ursprünglichen Verlauf des früher ungebändigten und auch ungebärdigen Flusses, der bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in kleineren und grösseren Zeitabständen immer und immer wieder mit verheerenden Hochwassern den Boden zwischen Baar und dem Zugersee überschwemmte und 1663 sogar die alte Schutzengelkapelle in Baar wegspülte. Korrektionsmassnahmen waren ein Dauerthema. Aber erst im Rahmen des Nationalstrassenbaus wurde das Problem gelöst. Der Fluss wurde in der Baarerebene in ein neues Bett gelegt und so gebändigt. Seit 1976 fliesst die neue Lorze etwas mehr als einen Kilometer östlich der alten Mündung in den See.

Konzertort ist das fast verwunschen wirkende Gelände am Seeufer, das  der Korporation Zug gehört und vom Kanu Club Zug genutzt wird. Es vermittelt noch heute einen Hauch jener Abgeschiedenheit, wie sie hier in früheren Zeiten geherrscht haben muss.Solche Orte sind wie geschaffen  für Benjamin Schmid und Georg Breinschmid, den Geiger und den Kontrabassisten und ihre einmalige Verschmelzung von Klassik und Jazz. 2013 haben die beiden zusammen mit dem jungen Gitarristen Diknu Schneeberger einen herrlichen Sommerabend lang den Innenhof der Privatschule Dr. Bossard in Unterägeri mit ihrer Musik verzaubert. 2015 gaben sie sich am Seerosenteich der Fensterfabrik Baumgartner in Hagendorn ein Stelldichein mit dem norwegischen Akkordeonisten Stian Carstensen. Und jetzt ist der österreichische Trompeter Thomas Gansch der Dritte im Bunde. Alle drei kommen sie von der Klassik her. Alle drei haben sie, sei es direkt oder auf Umwegen, ihre Liebe zum Jazz entdeckt, ohne das klassische Fundament aufzugeben. Das Nebeneinander von Interpretation, Improvisation und Komposition steht im Zentrum. Über notierte Musik lässt sich hervorragend improvisieren. Ebenso kann ein Jazzstandard wie eine vollkommene Komposition dastehen. Es gibt nur ein wesentliches Kriterium: es muss gute Musik sein, die zum Improvisieren einlädt. Das können Kompositionen von Beethoven, Rossini oder Tschaikowski  sein, aber auch solche von Breinschmid  und Gansch.

Benjamin Schmid, der wohl einzige Geiger von Weltrang, der Jazz wie Klassik, improvisierte Musik wie komplexeste Partituren gleichermassen hervorragend spielt, sagt es so: «Klassik und Jazz sind die grossartigsten Musikformen und werden mich wohl immer beschäftigen. Wenn wir der Klassik etwas von der Lebendigkeit des Hier und Jetzt zurückgeben, die sie im musealen Kulturbetrieb immer wieder zu verlieren droht, und andererseits dem Jazz etwas von der grossartigen Virtuosität abringen, die das technisch hochgezüchtetste Instrument, die Violine, bietet, dann macht mich meine Arbeit sehr glücklich.»

Einführung zum Konzertort

Benno Furrer
Dr. phil., Geograf, ehem. Leiter der Schweizerischen Bauernhausforschung

Aperitivo

Colicchio Vini, Zug

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