ZUG
Garten der Bauhütte St. Oswald*
Sonntag, 10. Juli 2022, 17.00 Uhr
«MIDSUMMER»
Quadriga consort

*Bei unsicherer Wetterlage:
Auskunft betreffend allfällige Ausweichlokalität auf www.sommerklaenge.ch oder unter 076 706 82 84

Sophie Eder, Gesang

Studium am Mozarteum Salzburg: Instrumentale Gesangspädagogik, Klavier und Gesang. Jazzlehrgang am Tiroler Landeskonservatorium. Sängerin am Tiroler Landestheater, Musiktheater Vorarlberg und in der freien Jazz-Szene. Gefragte Stimmtrainerin, Yoga- und Pilatestrainerin.

Angelika Huemer, Blockflöten / Viola da Gamba

Geboren in Linz. Studium an den Musikuniversitäten Graz und Wien und am Konservatorium der Stadt Wien bei Robert Unger, Robert Finster, Rahel Stoellger, Michael Posch und Lorenz Duftschmid. Würdigungspreis der Gesellschaft der Freunde der Musikuniversität Graz. Intensive Beschäftigung mit irischer Folkmusik.

Karin Silldorff, Blockflöten

Geboren in Graz. Ausbildung bei Robert Finster und Rahel Stoellger an den Universitäten für Musik und darstellende Kunst in Graz und Wien. Abschluss 2003 mit Diplom-Auszeichnung. Anerkennungspreis der Musikuniversität Graz. Lehrtätigkeit am Johann-Joseph-Fux Konservatorium in Graz.

Dominika Teufel, Viola da Gamba

Geboren in Linz (Oberösterreich). Ausbildung in Musik- und Bewegungserziehung und Viola da gamba an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Abschluss mit Auszeichnung 1998. Weiterführendes Studium für Alte Musik (Barockoboe) am Bruckner-Konservatorium Linz.

Peter Trefflinger, Basse de Violon

Geboren in Steyr (Oberösterreich). Studium (Violoncello und Barockcello) in Graz und Wien. MItwirkung u.a. im Concentus musicus Wien, bei Les Talents Lyriques und Les Musiciens du Louvre. Gründungsmitglied des Quadriga Consort. Zusammenarbeit mit Galimathias musicum und Ars Antiqua Austria.

Tobias Steinberger, Perkussionsinstrumente

Geboren in Innsbruck (Tirol). Ausbildung in Perkussion und Jazz Drums am Mozarteum Salzburg, am Tiroler Landeskonservatorium und an der Anton-Bruckner-Privatuniversität. Seit 2001 intensive Beschäftigung mit Perkussionsinstrumenten aus aller Welt, insbesondere Rahmentrommeln. Freelance Musiker.

Nikolaus Newerkla, Leitung / Cembalo / Vibrandoneon

Geboren in Horn (Niederösterreich). Ausbildung als Musikerzieher, Pianist und Cembalist an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. Songwriter und Arrangeur. Gründer und Leiter des Ensembles Quadriga Consort. Dozent für klassische Kammermusik an der Universität Graz.

Programm

Lieder und Melodien aus Skandinavien und von den Britischen Inseln

Detailprogramm nach Ansage

Cembalo: Leihgabe Adi Hadodo

Ticketreservation

Anfahrt

Adresse

Kirchenstrasse 9, Zug, direkt bei der St.-Oswalds-Kirche und der Zuger Burg. Parkplätze: Parkhaus Casino.

Quadriga Consort

Das österreichische Quadriga Consort wurde 2001 von Studierenden der Musikuniversität Graz gegründet. Ging es zunächst darum, vornehmlich frühbarocke Kammermusik zu interpretieren, wuchs schon bald der Wunsch, das Repertoire zu erweitern, und so entstand die Idee, mit eigenen Arrangements vorwiegend britischer Folksongs und -melodien frischen Wind in die Alte-Musik-Szene zu bringen. Das unverwechselbare Markenzeichen des Ensembles besteht darin, die stets einstimmig überlieferten traditionellen Melodien und Lieder für historisches Instrumentarium neu zu arrangieren; mittlerweile spielen aber auch Neukompositionen eine immer grössere Rolle. So entsteht eine faszinierende Verbindung zwischen Kunst- und Unterhaltungsmusik, Barock und Folk, Renaissance und Pop. Für die Arrangements und für die Leitung des Ensembles ist das Gründungsmitglied Nikolaus Newerkla zuständig.

Midsummer

Wenn Sonnenuntergang und Sonnenaufgang im nicht enden wollenden Dämmerlicht verschmelzen, ist Sommersonnenwende. Scheinbare Unendlichkeit und zugleich unausweichliche Vergänglichkeit erzeugen eine Faszination, der sich die Menschen nicht entziehen können. In alten Zeiten ebenso wie heute.

Nikolaus Newerkla vermittelt mit seinem Alte-Musik-Ensemble und dessen historischem Instrumentarium aus der traditionellen Musik des Nordens teils vergessene, in den Archiven wieder ausgegrabene, teils bis heute durchgehend mündlich tradierte Lieder und Instrumentalstücke. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Sie tragen den Sommer in sich. Besonders im Norden ist die Sommersonnenwende ein Grund zum Feiern. Ein über die Kulturen hinweg durchgängiges Phänomen sind die Sonnwendfeuer. «Midsomar» gilt in Schweden als das zweitwichtigste Fest des Jahres. Am Mittsommerabend wird ein mit grünen Blättern geschmückter Baumstamm aufgerichtet. Um diese Mittsommerstange (midsommarstång) wird voller Freude getanzt. Ähnliches beobachtet man auf den britischen Inseln, wo um den Maypole ein Bändertanz aufgeführt wird.

Regional und kleinräumig gibt es viele unterschiedliche Bräuche. So ist «The Midsummer’s Carol» ein Lied, das von einer heute längst vergessenen Tradition aus Norfolk berichtet, dem «Leman Day» (Leman: mittelenglischer Ausdruck für «leaf man»). Der Song erinnert an den Brauch, dass sich am frühen Morgen des Mittsommertages junge Männer mit Blumen und Blättern schmückten, zu ihren auserwählten Mädchen gingen und sie mit Instrumenten und Gesang weckten und umwarben. Die Vorfreude und das Hoffen der jungen Frauen auf diesen Tag und auf das Erscheinen des Richtigen waren besonders gross. Der Leman Day ist wohl ein Vorläufer des späteren Valtentine’s Day, der sich ja bis heute gehalten hat.

«Puirt a beul» ist schottisch-gälisch und bedeutet übersetzt «Mundmusik», eine Art gesungene Tanzmusik, die natürlich auch beim Fest der Sonnenwende, etwa auf den äusseren Hebriden, nicht fehlen durfte. Sind keine Instrumente zur Hand, muss die Stimme sie ersetzen. Dabei ist der Rhythmus des Textes wichtiger als der Inhalt. Diese Art des Gesangs hat sich bis heute in der mittlerweile kleinen schottisch-gälischen Community erhalten. Im Quadriga Consort bekommt sie eine neue Bühne mit Sophie Eder, die wie kaum eine andere Sängerin diese gesangs- und sprachakrobatischen Anforderungen beherrscht.

Der hochsommerliche Wendepunkt war immer auch ein Grund für melancholische Gedanken, für die Antizipation des Winters, für das Bewusstsein, dass jeder Sommer vergänglich ist, die Tage ab nun unweigerlich kürzer werden. Und so gibt es auch – neben all den ausgelassenen Tänzen und Liedern – melancholische Balladen von traurigen und oftmals schaurigen Geschichten, die sich an diesen längsten Tagen des Jahres ereignet haben. Sie handeln von unerfüllter Liebe, vom Sehnen und vom Sterben.

Zum Konzertort

Bauhütten bei grossen Kathedralen oder am Berner Münster, das kennt man. Aber eine Bauhütte mitten in Zug bei der spätgotischen St. Oswalds-Kirche? Die gibt es tatsächlich, allerdings nicht seit den Anfängen dieses wunderschönen Kirchenbauwerks im späten 15. Jahrhundert, sondern erst seit 1929. Anlässlich einer Aussenrenovation wurde für die Steinmetzarbeiten an den Sandsteinfiguren und für die Herstellung von Kopien im fast etwas verwunschen wirkenden Gartengrundstück zwischen der Zuger Burg und den beiden Pfrundhäusern an der St.-Oswalds-Gasse eine Steinmetz-Bauhütte eingerichtet. Was als vorübergehendes Provisorium gedacht war, blieb bestehen, wurde unter anderem vom bekannten Steinmetzen Andreas Walser genutzt und gehört heute sogar zum Inventar der schützenswerten Baudenkmäler des Kantons Zug. Seit Kurzem ist hier «d’Bauhütte – das Café für Begegnung und Beratung» untergebracht – ein ökumenisches Projekt der katholischen Kirche Stadt Zug, der reformierten Kirche Kanton Zug und der CityKircheZug.

Einführung zum Konzertort

Elisabeth Feiler-Sturm
Kunsthistorikerin, Kuratorin für mobiles Kunst- und Kulturgut der katholischen Kirchgemeinde Zug

to top